Additive Manufacturing (AM) findet bereits vielfältige Anwendung im Mobilitätssektor. Neben der Luft- und Raumfahrt kommt AM auch auf der Straße, der Schiene und auf dem Wasser zum Einsatz. Ein entscheidender Vorteil der additiven Fertigung ist, neben dem beschleunigten Prototypenbau, der Möglichkeit zur Herstellung komplexer Designs sowie einer schnellen Ersatzteilversorgung, auch die (digitale) Planung (Data Driven Design), die eine präzisere und effizientere Umsetzung von individuellen Kundenwünschen ermöglicht.
- Die BMW Group setzt bereits seit 1991 auf 3D-gedruckte Teile. Neben Komponenten für Prototypen und Serienfahrzeuge werden auch Hilfsmittel für den Karosseriebau additiv gefertigt.
- Die Deutsche Bahn hat bis 2025 über 100.000 3D-gedruckte Komponenten für Züge und Infrastruktur hergestellt und arbeitet am Aufbau eines digitalen Warenlagers.
- In der Schifffahrt wird 3D-Druck eingesetzt, um defekte Bauteile an Bord eines Schiffes direkt zu drucken, um die Einsatzbereitschaft zu verbessern.
Die Integration der additiven Fertigung in die bestehende Wertschöpfungskette ermöglicht es der Mobilitätsbranche, komplexe Ersatzteile direkt vor Ort zu produzieren. Individuelle Lösungen für spezifische Anforderungen können so schnell umgesetzt werden. Der Prototypenbau, der gerade in der Automobilindustrie eine zentrale Rolle spielt, profitiert erheblich von kurzfristiger Bauteilverfügbarkeit. Auf diese Weise können Entwicklungszyklen beschleunigt und die ressourcenschonende Produktion kleiner Stückzahlen zur Reduzierung von Stillstandzeiten beitragen. Durch die Produktion von Bauteilen „on demand“ entfällt die Notwendigkeit für Lagerhaltung, was zu einer signifikanten Kosteneffizienz führen kann, und ermöglicht eine flexible Anpassung an den tatsächlichen Bedarf.
Darüber hinaus ermöglicht die additive Fertigung eine hohe Designfreiheit: Komplexe und leichte Strukturen, die mit konventionellen Verfahren nicht herstellbar wären, sind möglich. Funktionsintegration und Topologieoptimierung führen zu Bauteilen mit höherer Leistung und Effizienz.
Auch Instandhaltungs- und Beschichtungsarbeiten sind dank additiver Verfahren möglich, beispielsweise beim Beschichten von Bremsscheiben. Es ist möglich, Bauteile herzustellen, die aus verschiedenen Materialschichten bestehen, zum Beispiel aus hochfesten Materialien in Verbindung mit wärmebeständigen Schichten. Diese Kombination verbessert die Eigenschaften der Bauteile.
Reparaturen von Einzelteilen oder Fertigung von Ersatzteilen in der Schifffahrt oder für Schienenfahrzeuge können schneller und mit geringerem Materialeinsatz durchgeführt werden, was sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit auswirkt.